Wie oft hören wir diesen Satz - von Menschen jeden Alters.

 

In ihm kommt die Befürchtung zum Ausdruck, es sei notwendig "schön" zu malen oder: die anderen Teilnehmer einer Gruppe seien viel "besser". Möglicherweise kommt ein Unbehagen hinzu, anhand der Bilder und Gestaltungen wären Sachverhalte zu erkennen, die man selbst (noch) nicht

bereit ist, mitzuteilen...

 

In der kunsttherapeutischen Arbeit zählt nicht das fertige Bild oder die Plastik als ästhetisches Produkt, sondern der Entstehungsprozess, die Möglichkeit - Gefühle, Imaginationen, Wünsche und innere Lösungsmöglichkeiten zum Ausdruck zu bringen. Vieles, was eher dem unbewussten

und emotionalen Bereich zuzuordnen ist, läuft Gefahr, im Intellekt hängen zubleiben. Hier bietet das assoziative bildnerische Gestalten große

Chancen. Nicht im Malen oder freien Gestalten allein erschöpft sich die professionelle kunsttherapeutische Begleitung, - dem Gespräch darüber,

der gemeinsamen Bild- und Objektbetrachtung kommt die zentrale Bedeutung zu.

 

Kunsttherapie ist ein klinisches Verfahren. Professionelle Kunsttherapie sieht den Menschen ganzheitlich und bietet so eine sinnvolle Ergänzung zu anderen medizinischen und psychotherapeutischen Behandlungsverfahren. Die psychische Befindlichkeit eines Klienten ist jedoch schwer zu objektivieren - letztendlich muss jeder Betroffene selbst entscheiden, was ihm hilft oder nicht.

 

Immer wieder malen und gestalten Menschen auch nach einer kunsttherapeutischen Intervention für sich weiter oder suchen sich adäquate Begleitung.

 

Kreatives Arbeiten ohne den Anspruch, schön zu malen oder ein Bild verkaufen zu wollen ermöglicht uns, die Lebenskräfte wieder erstarken zu lassen und ganz bei sich zu sein.